10. Februar 2011

Wer zum größten Treffen der Bio-Branche nach Nürnberg fährt, fragt sich nach kurzer Zeit, wo er eigentlich gelandet ist. Denn die BioFach ist eine Messe, die nicht nur informiert. Die verunsichert auch.
Da schießt einem nämlich schnell und ganz selbstkritisch der Gedanke durch den Kopf: „Ich wollte doch nach Nürnberg. Nach Nürnberg in Bayern. Aber bin ich hier richtig? Und wenn nicht, wo bin ich bloß gelandet?“

Jede Menge Futter für die Sinne

Die Antwort könnte lauten: „Da, wo die Welt unter einem gigantischen Dach vier Tage lang ganz nah zusammenrückt.“ Genau so riecht es dort nämlich. Das heißt, die BioFach liefert jede Menge Futter für die Sinne. Nicht zuletzt für die Nase, weil den Besuchern an fast jedem Messestand ein neuer Duft entgegen weht. Dort zeigen die unterschiedlichsten Kulturen, was Bio ist und was die Welt in Sachen Bio drauf hat. Und das ist ebenso vielfältig wie das Klischee vom Müsli kauenden und Stricksocken tragenden Ökofreak einseitig ist.

Etwa 2500 Aussteller sämtlicher Kontinente haben ihre Produkte, Ideen und Pläne mit nach Nürnberg gebracht. Und was sie zeigen beziehungsweise zum Verzehr servieren, ist für so manchen Branchenneuling fast so verblüffend wie Kirschen am Olivenbaum. Wer dort erst einmal Schokolade und Gummibärchen à la Bio probiert hat, wundert sich ein paar Meter weiter kaum noch über so manche Alternative zum Olivenöl. Denn Nürnberg beweist: Der Salat schmeckt auch mit Mandel-, Bucheckern-, Borretsch-, Schwarzkümmel- oder Nachtkerzenöl.

Bio für die Models

Allein aus Asien sind 500 Aussteller nach Nürnberg gekommen. Sie haben neben Kaffee und Tee getrocknete Früchte, Gemüse, Kräuter und Gewürze mitgebracht. Fast 100 Aussteller sind aus Afrika angereist. Vielen von ihnen geht es darum, mit fairem Handel auf dem westlichen Bio-Markt Fuß zu fassen.

Auch Bio-Bier fließt zur BioFach in Nürnbergs Gläser. Wer stattdessen lieber Wein probiert, hat die Qual der Wahl. Wer beim Gang durch die Vinothek alle Weine wählt, wird betrunken zur leibhaftigen Quälerei. Auf dieser Messe sind es nämlich rund 280 Aussteller aus 24 Nationen, die ihre Weine den Besuchern zur Verkostung anbieten.

Und was in Nürnberg nicht in Mund und Magen gehört, passt auf den Leib: Aussteller aus 13 Nationen schicken ihre Models auf den Laufsteg. Und die verführen noch ganz andere Besuchersinne mit Öko-Fashion und Naturtextil.

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