15. Februar 2011

Als er Naná in der Karibik entdeckte, war er so von ihr angetan, dass er sie sogleich mitnehmen wollte. Doch das hätte Ärger gegeben. Also musste Kolumbus Schmuck herausrücken, um Naná mit zu sich an Bord nehmen zu können.
Das war vor über 500 Jahren. Christoph Kolumbus verstaute diese Fremde auf seinem Schiff, stellte sie seinen Landsleuten in Portugal vor, und die wunderte es überhaupt nicht, dass ihr großer Entdecker regelrecht auf Naná abfuhr.

Wenn die Portugiesen nicht gewesen wären

Ihr Name stammt aus der Sprache der Guaraní, die in Paraguay, Brasilien, Bolivien und auch Argentinien gesprochen wird. Und in dieser Sprache bedeutet der Name Naná soviel wie „hervorragende Frucht“. Die Portugiesen fanden sie dermaßen hervorragend, dass sie sie bis zum Ende des 16. Jahrhunderts in fast alle tropischen Regionen gebracht hatten. Dort schlug sie Wurzeln und versorgt seitdem die Welt mit ihrer süßen Frucht.

Die Hauptanbaugebiete der Ananas liegen heute in Asien mit Thailand, den Philippinen, China, Indien und Indonesien und in Südamerika mit Brasilien und Costa Rica. Jede dieser Regionen produziert jährlich ein bis zwei Millionen Tonnen dieser Früchte. Die Welternte betrug laut FAO-Statistik  2008 19,3 Millionen Tonnen, davon wurden weltweit etwa 2,9 Millionen Tonnen als frische Ananas exportiert (www.bfn.de/0310_steckbrief_fao.html).

Sie hat mehr als einen guten Geschmack

Doch die Ananas ist nicht nur beliebt wegen ihres süßen Fruchtfleisches. Ihr Reichtum an Vitaminen macht sie attraktiv. Sie enthält vor allem Vitamin C, Vitamin B 12 und Vitamin E. Außerdem beinhaltet sie 15 Mineralstoffe und Spurenelemente wie zum Beispiel Kalium, Magnesium, Phosphor, Eisen und Kupfer. Gesund ist vor allem ihr Enzym Bromelain. Das unterstützt die Eiweißverwertung im menschlichen Körper, verbessert die Durchblutung und senkt somit den Blutdruck. Außerdem wirkt Bromelain entzündungshemmend und entspannt die Muskeln.

Als die Engländer diese Frucht kennenlernten, gaben sie ihr den Namen Pineapple, denn was sie da in Händen hielten, fühlte sich an und sah fast so aus wie ein gigantischer Kiefernzapfen.

Naná wuchs noch wild, Ananas wird kultiviert

In den heutigen Hauptanbaugebieten stehen auf einem Hektar – also auf jeweils 10 000 Quadratmetern – 50 000 bis 70 000 Ananas-Pflanzen. Zum Vergleich: Im intensiven Apfelanbau werden 2000 bis 2500 Bäume pro Hektar gepflanzt.

Aber beim Anpflanzen gibt es noch einen wesentlichen Unterschied: Die Ananas-Bauern stecken lediglich Schösslinge in die Erde. Das sind die kleinen Seitentriebe, die aus den Blattachseln wachsen und noch keine Wurzeln haben.

Nachdem es den Ananas-Pflanzen so problemlos gelungen ist, Fuß zu fassen, wachsen sie bis zu anderthalb Meter hoch der Sonne entgegen, und ihre dickfleischigen, gezähnten bis stacheligen Blätter wachsen bis zu 120 Zentimeter lang.

Ein kurzes Leben

Drei bis vier Monate dauert es, bis sich aus der Blüte eine Frucht entwickelt hat. Bevor die Ananas-Pflanze jedoch ihre erste Ernte bringt, ziehen 14 bis 16 Monate ins Land. So eine Frucht bringt bis zu dreieinhalb Kilo auf die Waage.

So groß diese Früchte sind, so verderblich sind sie auch. Und ein wesentlicher Unterschied zu Apfel oder Banane liegt darin, dass die geerntete Ananas nicht nachreift. Das heißt, so, wie sie bei der Ernte in den Tropen schmeckt, so schmeckt sie auch bei uns.

Wer allerdings glaubt, eine Pflanze mit so kapitalen Früchten erreiche auch ein kapitales Alter, täuscht sich. Nach ihrer ersten Ernte gibt uns die Ananas noch eine zweite und eventuell eine dritte, aber die beiden letzten taugen bereits nicht mehr für den Export. Das heißt, nach drei, vier Jahren ist eine solche Kultur am Ende.

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